"Arabella"

Wiener Staatsoper

02.02.-08.02.2019

© Susanne Diesner

Intensiv agierte auch das Staatsopernorchester unter Dirigent Axel Kober: Es verlor trotz raffinierter, kammermusikalischer Momente nie die große Linie in dieser reifen Partitur. Enthusiastischer Applaus.

Wiener Zeitung

Nach seiner Aufführung von Richard Wagners "Ring" hat sich auch in Wien herumgesprochen, dass Axel Kober ein exzellenter Dirigent ist. In der aktuellen Spielserie der "Arabella" an der Wiener Staatsoper ist noch eine Steigerung bei der Zusammenarbeit mit dem Orchester zu verzeichnen. Der gebürtige Kronacher entfacht musikalischen Zauber, macht jede Emotion hörbar und arbeitet Details aus der Partitur, die man so deutlich selten hört. Manche Passagen klingen so, als könne man sie nicht zartfühlender, atemberaubender musizieren, wie die ersten Geigen zur Einleitung von Arabella Arie "Der Richtige".

Susanne Zobl 

Kurier 

„O dieses Wien!", stöhnt die verarmte Gräfin Adelaide. Dem deutschen Dirigenten Axel Kober hat Wien Glück gebracht: Mit seinem fulminanten „Ring" im Jänner (ohne eine einzige Orchesterprobe!) hat er die Herzen der hiesigen Opernfreunde erobert. Auch am Samstag wurden sie nicht enttäuscht, bei der Neuaufnahme der „Arabella" von Richard Strauss. Das Orchester war der Protagonist des Abends. Kober treibt es in einen kontrollierten Rausch. Die kecken Einwürfe der Holzbläser und Trompeten sind wunderbar plastisch modelliert. Alles kreiselt, prickelt und perlt in diesem atemlosen Tanz am Abgrund. Selten hat man auch das innige Duett der Schwestern so rhythmisch akzentuiert gehört.

Karl Gaulhofer

Die Presse

Dirigent Axel Kober am Pult des Staatsopernorchesters leitet – nach seinem ausnahmslos positiv bewerteten Staatsoperneinstand im Ring – erneut eine musikalisch wunderbar austarierte, spannende Aufführung. Kober empfiehlt sich als vorzüglicher Kapellmeister im besten Sinn des Wortes: präzise, stets wachsam und überaus hellhörig. Man spürt, dass die Musiker unter seiner Leitung aufblühen und sich mit Leidenschaft, Können und Liebe der Musik von Richard Strauss widmen. Begeisterter Applaus – wieder einmal deutlich über die sonst üblichen fünf Minuten hinaus andauernd.

Manfred A. Schmid

Der Neue Merker

Kober schafft die waghalsigsten dirigentischen Husaren-Ritte mit Ruhe, Klarheit, Sachlichkeit, Transparenz. Ohne vorherige Orchesterproben! Nebst rein dirigentischer (nämlich schlagtechnischer, aber auch gestalterischer) Souveränität konstatiert man erfreut Theaterinstinkt, das Wissen um all die Gesetze (und damit Voraussetzungen) einer erstklassigen Musik-Theateraufführung. Das Wissen um all das , was Sänger auf der Bühne brauchen . Der deckt keinen Sänger zu, dreht aber mächtig auf, wenn es „recht an der Zeit“ ist und Sänger das auch „vertragen“. Die sensitive, leise Seite der „Arabella“-Partitur, das Gefühlvolle – und auch „Gefühlige“! – wird nicht ausgespart. „Aber der Richtige…“ , „Und du wirst mein Gebieter sein…“ kommt mit einer Zärtlichkeit und Innigkeit von der Bühne und aus dem Orchestergraben, dass man sprachliche und sonstige heutzutage belächelte „Unzeitgemäßheiten“ plötzlich völlig ausklammert. Für den großen Hofmannsthal war das damals „heutig“. Nehmen wir es also genau auf diese Weise an! Und: Weltklasse an diesem ganz normalen Repertoire-Abend das Orchester der Wiener Staatsoper!

Marl Masek

Der Neue Merker

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